19
Mai
2019

Game of Thrones: Brenne für Deine Idee.

Das Wichtigste vorneweg:

Für eine Idee musst Du bereit sein, selber durchs Feuer zu gehen.

Denn vor einer neuen Idee sind alle Menschen gleich: Nämlich hilflos im Beurteilen.

Niemand kann Dir zur Hilfe eilen, du musst es selber wissen, irgendwie, tief drinnen in Dir, ob Du eine Idee gut findest oder nicht.

Ob sie zu Dir gehört oder nicht.

Ob sie Dein Herz anfeuert oder nicht.

Aber Achtung!

Wenn Du Dich entschieden hast, ist es besser, Du bleibst Deiner Idee treu.

Denn: Je mehr und je länger und je konsequenter Du an eine Idee glaubst, umso mehr Leben bekommt sie eingehaucht.

Du wirst die Idee.

Die zwei wichtigsten Ideen, die jetzt gegeneinander kämpfen, sind alt: Bist Du für alle oder für wenige?

Sich nicht entscheiden, nur halbherzig an eine Idee zu glauben, ist tödlicher, als sie zu hassen.

Du musst es durchziehen, und auch wenn es auf dem Weg zum Ziel aussieht, als hättest Du die schlechteste Idee aller Zeiten gehabt, wenn Du es nicht durchziehst, wirst Du es nie wissen.

Wenn Du es durchziehst, landest Du als Greis vielleicht im Klub der „vergessenen Khalessi-Ahänger“, aber hei! immer noch besser, als allein auf einem grossen Haufen Schwerter, Nichts oder Geld zu sitzen mit einem Herz aus Stein.

Zu Game of Thrones und dem grossen Finale.

Ich liebe die Idee, dass ein bettelarmes Mädchen mit einem belasteten Namen, sich aufmacht, die Welt zu erobern.

Diese Idee ist irgendwie neu. Nur in der griechischen Mythologie gibt es verrückte Königinnen, aber nie mit Drachen!

Es ist die geniale Fähigkeit von Danaerys Stormborn, die neue Lösung zu sehen und zu sein. Die Idee, die niemand anderem in den Sinn gekommen wäre, zu verfechten, das macht sie so einzigartig.

Die Khalessi der ersten Staffeln war eine Märtyrerin, geschlagen durch die schlimmsten Prüfungen, die eine Frau erleben kann. Den Tod ihrer Eltern, ihrer Brüder, den Tod ihres Kindes, den Tod der grossen Liebe.

Doch sie macht weiter. Einmalige Heldin. Noch nie da gewesen. Ohne Liebes-zu-Zweit. Dafür mit netten Liebhabern.

Ich sah mir im ersten Anlauf die Filmserie nur wegen ihr an, fast forward, von Story-Fetzen zu Story-Fetzen. (Und ich trage meine weissen Haare auch wegen ihr.)

Und siehe: Ich wurde nicht enttäuscht, sie landete in einer Sklavenstadt nach der anderen und befreite die Geknechteten, die sie dafür lieben lernten.

Und schon früh sah man ihren Beratern an, dass eine Frau mit solcher Macht und den Mut, sie einzusetzen, etwas Tiefes in den Menschen bewegt: Die Angst, die Angst vor der Mutter der Drachen. (Und hier taucht für mich eine psychologisch moderne Frage auf: Haben wir nicht alle einen Mutterkomplex, den wir irgendwie überleben müssen?)

Ein bizarres Element, das bei Game of Thrones immer wieder eingesetzt wird: Der Muttermord. Ja, der zelebrierte Muttermord. Und irgendwie stehe ich hinter George RR Martin: Der Muttermord ist eine vernachlässigte epische Heldensaga und er hat hier ein paar Denkanstösse gegeben.

Vorläufiger und extrem persönlicher Epilog von Game of Thrones:

Eine Mutter muss immer wieder für etwas Neues sterben, in jeder Phase, in der sie ihr Kind loslassen muss.

Sonst kann das Kind nicht in die Welt hinaus und der erwachsene Mensch werden, den er werden muss.

Niemand hat dieser schwersten Aufgabe so ein Denkmal gesetzt wie George RR Martin.

Mütter sterben hier wie die Fliegen. Die guten wie die schlechten Und am Schluss ist die Mutter der Drachen dran.

(Dank der Wiederauferstehungstheorie gibt es aber noch die Hoffnung, dass auch Mütter, nachdem sie sterben, hingemacht von ihrem Nachwuchs, von ihren Untertanen, von ehemaligen Lovers und Ehemännern, wie Phoenix aus der Asche aufsteigen können. Die Fortsetzungsidee: Der Drache bringt Dany zu einer roten Priesterin und sie spricht für sie die Formeln des Lebens?)

Was ich mitnehme von GOT: Es gibt globale Leader, die sich dadurch auszeichnen, dass sie neue Lösungen sehen, an sie glauben und für sie kämpfen.

Wie zum Beispiel Greta. Meine Wahl besteht darin, ihre Idee zu lieben und zu leben. A) Ich werde selber Feuer und Flamme, passe mein Verhalten täglich an und reiche die Fackel der Einsicht weiter, wenn ich kann. Oder B) ich schaue weiter zu, wie wir verbrennen in der selbst gemachten Hölle des Klimawandels.

W Greta!

Leave a Reply